Mitarbeiter*in 4.0 – Nicht nur Software braucht einen Relaunch

von Aug 25, 2020Business & Management

Aus den Fehlern anderer lernen

Kodak, der einstige Weltmarktführer für Fotografie gilt heute als Paradebeispiel für verschlafene Chancen. Obwohl der einstige Musterkonzern schon 1975 die erste tragbare Digitalkamera erfunden hatte, musste er 2012 Insolvenz anmelden. Der Mitarbeiter, der die Erfindung machte, wurde gemaßregelt, das Produkt als nicht relevant abgetan.

Die (Wirtschafts-)geschichte ist voll dieser Beispiele, besser bekannt als Innovators Dilemma oder Disruptive Technologien. „Das Werdende ist der Feind des Gewordenen“ (Wolfgang Loos) und je erfolgreicher das Gewordene ist, um so heftiger wird es verteidigt.

Erst Krisen erschüttern oftmals die Grundfesten des Erfolgreichen so sehr, dass über Neues nachgedacht wird. Dabei haben wir Menschen eine einzigartige Fähigkeit, wir sind in der Lage, Dinge zu denken, die es noch nicht gibt (Yuval Noah Harrari).

Dieser Moment, in dem unser Gehirn in die Lage gekommen ist, Dinge zu erdenken, die es nicht gibt, oder die es bis zu diesem Moment nicht gegeben hatte, ist die Geburtsstunde der Kultur. Seit der Homo sapiens kreativ geworden ist und Dinge erfindet, die ihm das Leben leichter machen, sind Erfindungen (meist) nicht mehr zufällig (Renée Schröder).

Warum brauchen wir also Krisen, um über Innovationen nachzudenken? Besser wäre doch davor!

Neue Wege in Zeiten der digitalen Transformation

Derzeit haben wir den Luxus einer Krise, die noch dazu die Digitalisierung beschleunigt. Patrizia Neumann, Generaldirektorin von IBM Österreich, schreibt dazu im Trend: Innerhalb weniger Tage konnten im März alle Mitarbeiter*innen von zu Hause aus arbeiten, und unsere Kunden erhielten weiterhin beste Unterstützung. Möglich war das, weil wir als IT-Unternehmen unsere Kultur und Prozesse davor digitalisiert hatten … und weiter … Es gibt also eine Reihe von Antworten darauf, wie wir die Resilienz von Unternehmen verbessern können. Sie weisen in eine digitalere Zukunft, die uns nicht nur besser auf Krisen, wie die Pandemie vorbereitet, sondern auch auf andere Herausforderungen für den Standort Österreich.

Die Covid19 Krise hat die Digitalisierung extrem beschleunigt und uns gleichzeitig aufgezeigt, was noch stärker auf uns zukommen wird: VUCA (Volatility, Uncertainity, Complexity, Ambiguitiy). Was uns sie Krise auch gezeigt hat ist, dass Krisenmanagement und damit Komplexitätsmanagement nicht allein bewältigbar ist. Die VUCA-Welt hat viele Ähnlichkeiten mit einer permanenten Krise.

Das wiederum hat weitreichende Auswirkungen auf die Form der Zusammenarbeit und damit Führung. Mitarbeiter und Führungskräfte brauchen neue Skills und eine veränderte Haltung. Wir müssen ständig lernen, so Thomas Nárosy, wiederum im Trend: Gefragt sind in Zeiten der digitalen Transformation besonders Lernkultur, Leadership und Teamkultur.
Um den Fehler von Kodak nicht zu wiederholen, braucht es alle: Führungskräfte, wie Mitarbeiter und ein viel Kooperative Haltung, flachere Strukturen und schnellere Entscheidungswege.

 Um den Fehler von Kodak nicht zu wiederholen, braucht es alle: Führungskräfte, wie Mitarbeiter und ein viel Kooperative Haltung, flachere Strukturen und schnellere Entscheidungswege.

Mag. Martin Seibt

Der Autor

Mag. Martin Seibt MSc ist Biologe, Unternehmensberater, Trainer und Coach. Er beschäftigt sich mit Kooperation, kooperativem Führen und ist Autor von Büchern und Artikeln zum Thema Kooperation und Mitarbeiterzufriedenheit. Er ist Mitglied der Akademie für Neubiologisches Bildungsmanagement und der Expert Group „Kooperation und Netzwerke“

www.ei-institut.at

6 Update Packages für Mitarbeiter*innen 4.0

Skill 1: Das Unternehmen ist eine Familie und nicht der feindliche Dschungel

In Zeiten der Unsicherheit in der Außenwelt brauchen Mitarbeiter*innen die Sicherheit der Wertschätzung und Vertrauen im Inneren – von Führungskräften und Kolleg*innen.

Skill 2: Die Magie der Vorbildwirkung

Wie Eltern Vorbilder für Ihre Kinder sind, sollten Führungskräfte Vorbilder für Ihre Mitarbeiter*innen sein: Authentisch und empathisch.

Skill 3: Motiviertheit statt Motivation

Jede(r) macht das gut, was er gern macht – Menschen sollten das machen, was sie wirklich, wirklich wollen (Frithjof Bergmann).

Skill 4: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

Wenn ein System in Aufruhr ist, beruhige ich es nicht durch hektisches Handeln, sondern durch Ruhe und Besonnenheit. Ein Schritt nach dem anderen, denn in der Ruhe liegt die Kraft.

Skill 5: Individuelle Spezialisierung statt Einheitsbrei

Nur mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten finden wir die Antwort auf die Frage, die wir noch nicht kennen.

Skill 6: Im Zeitalter des Unbewussten / der Intuition

Komplexität ist mit unserem bewussten Arbeitsgedächnis nicht zu begreifen – wir müssen unser Unterbewusstes zu Hilfe nehmen. Hören wir mehr auf unser Bauchgefühl.

„Sie wollen Ihren Auftritt im Internet optimieren, wissen aber nicht wie Sie das Thema anpacken sollen? Dann rufen Sie mich einfach an oder schreiben mir eine Email. Ich freue mich ehrlich Ihnen behilflich sein zu können und berate Sie gerne!“

Oliver Carl Drewo
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